Verspäteter Ärger

Flug verpasst, und der Ärger ist groß

Das ist wirklich kein guter Start in den vollverdienten Urlaub, denn dieser kann vorbei sein noch bevor er angefangen hat: Wenn Reisende ihren Flieger verpassen, ist das nicht nur ärgerlich, sondern unter Umständen auch ein Fall für Schadenersatz.

Reisebüros sind dazu verpflichtet, Urlaubern eine Änderung der Flugzeiten mitzuteilen. Allerdings trifft die Reisenden eine Mitschuld, wenn sie sich nicht selbst kurz vor Antritt über einen Monate im Voraus gebuchten Flug informieren.

Bei folgendem Beispiel hatten die Kläger in ihrem Reisebüro einen Flug von Hamburg nach Lanzarote gebucht. Als sie am Tag des Abflugs im November am Flughafen eintrafen, erfuhren sie, dass der Flug von 12.30 Uhr auf 11.10 Uhr vorverlegt worden war. Der Flieger nach Lanzarote war weg - die Urlauber verklagten das Reisebüro auf Schadenersatz.

Die Richter gaben ihnen Recht. Das Reisebüro informierte die Kunden nicht über die geänderten Flugzeiten, obwohl diese dem Reisebüro vom Veranstalter genannt worden waren. Dadurch verletzte es eine Pflicht aus dem Geschäftsbesorgungsvertrag. Das Gericht entschied außerdem, dass das Reisebüro die Beweislast dafür zu tragen habe, dass die Urlauber informiert wurden.

Von dem entstandenen Schaden in Höhe von 1070 Euro musste das Reisebüro aber nur 772,40 Euro bezahlen. Die Urlauber verhielten sich nach Ansicht der Richter fahrlässig, indem sie sich die Flugzeiten nicht noch einmal kurz vor der Reise bestätigen ließen. Sowohl auf der Rechnung als auch auf der Buchungsbestätigung war ihnen das audrücklich nahe gelegt worden. Wenn ein Flug sieben Monate im Voraus gebucht werde, liege es auf der Hand, dass sich die Zeiten ändern können, so die Richter.