Victory from USA

Victory Kingpin 8Ball

„Victory Motorcycles – established 1997“

So heißt es auf der deutschen Homepage des amerikanischen Motorrad-Herstellers Victory (www.victorymotorcycles.de). Seit nun 14 Jahren fühlt sich die Marke Victory der Polaris Industries (siehe Polaris) dem Cruisen verpflichtet, der Qualität, Innovation und Wertigkeit.

Bis 2009 beschränkte sich Victory auf den US-amerikanischen Markt, dann wagte sie den Sprung über den großen Teich. In den USA wurden seit Gründung bereits 60.000 Maschinen verkauft, und auch in Deutschland sieht der Markt für die Cruiser und Tourer von Victory sehr gut aus. Victory bietet hierzulande über 19 Händler in Deutschland und 2 in Österreich (siehe Homepage) zur Zeit sechs Modelle in verschiedenen Versionen und zu Preisen zwischen 12.699 Euro und 26.990 Euro an:

Die Tourer
- Cross Country
- Cross Roads
- Vision Tour
Die Cruiser
- Hammer
- Vegas
- Kingpin

Damit steht die Victory-Familie im Wettbewerb mit einem „wie man so sagt“ anderen renommierten amerikanischen Hersteller (Klartext: Harley Davidson) sowie mit japanischen Herstellern, die ebenfalls mehr oder weniger erfolgreich versuchen, der Kultmarke Harley Marktanteile abzujagen. An dem Mythos zu kratzen, das nicht zuletzt durch geschicktes Marketing der Nummer 1 in diesem Segment aufrecht erhalten wird, brachte jedoch (noch) nie den gewünschten Durchbruch der japanischen Wettbewerber. An der Qualität von Motoren und Technik, vielleicht auch am Design hat es wohl nie gelegen. Im Gegenteil: Vielleicht waren die Konkurrenzmodelle technisch sogar zu perfekt?

Nun schickt sich eine amerikanische Marke mit hohem Anspruch an Qualität und Werthaltigkeit an, den Wettkampf aufzunehmen – eine neue Dimension? Es bleibt abzuwarten. Jedenfalls hat es Victory mit dem Markteinstieg nicht brandeilig, sondern will nachhaltig wachsen. Eingefleischte Harley-Treiber wird Victory – oder irgendein anderer Hersteller - wohl selten zu einem Markenwechsel bewegen können. Aber der Nachwuchs, der Wiedereinsteiger, der Preisbewusste, der Qualitätsanhänger oder der, der „alles, aber keine Harley“ will, sind potentielle Käufer.

Eine Bereicherung für den deutschen Motorradmarkt ist die Marke Victory in jedem Fall. Mit den bisher erhältlichen Modellen hat man durchaus eine gute Auswahl für ein persönlich passendes Gefährt. Gespannt sind wir auf weitere Varianten oder/und Modelle im nächsten Jahr. Auch das Customizing zum individuellen Ausrüsten und Gestalten des eigenen Motorrads (Custombike) - sozusagen ab Werk oder Händler - scheint für Victory eine ernstgemeinte Option zu sein. Bei der Cross Roads ist ja immerhin der erste Schritt in diese Richtung getan.

Randbemerkung: Mit dem Kauf der Traditions-Marke „Indian“ vor wenigen Wochen belegt Polaris Industries eindrücklich die Ernsthaftigkeit seines Engagements im Motorrad-Segment. Was da wohl noch kommt? Hoffentlich auch nach good old Germany …