Calle und Calimero

Meist wird das Limit sachlicher präsentiert.

Calle, carretera, camino ...

avenida, alameda, autovia, autopista: So heißen Straßen,, Gassen, Alleen oder Autobahnen in Spanien und auf Mallorca. Fährt man auf ihnen herum, gelten im Prinzip ähnliche Regeln wie daheim.

In Ortschaften gilt ein maximales Tempo von 50, außer Orts 90 und auf Autobahnen seit diesem Jahr 110 km/h (vorher 120). Es gilt ein Alkohol-Limit von 0,5 Promille. Das Mitführen einer Warnweste ist vorgeschrieben, das Telefonieren mit Head-Sets ist verboten, mit Freisprechanlage erlaubt. Gelbe Linien am Fahrbahnrand bedeuten Parkverbot, blaue erlauben ein zeitlich begrenztes Parken.

Lieber nüchtern am Steuer als angetrunken im Knast!
Bei Geschwindigkeitsüberschreitungen sowie bei Alkohol oder Drogen am Steuer drohen sehr hohe Strafen! Während sich die Policia Local in der Regel eher harmlos um Falschparker kümmert, ist mit der nationalen Guardia Civil nicht zu spaßen! Regelmäßige und systematische Kontrollen – beliebt sind die Kreisverkehre an den Ausfallstraßen von Ortschaften – flößen schon vom massiven Auftreten her ordentlich Respekt ein. Die Jungs sind nett und zuvorkommend, kennen aber bei Tempoüberschreitung und erst recht bei alkoholisierten Fahrern keinerlei Pardon! Wer sogar allzu schnell (z.B. mit 200 km/h über die Autobahn oder mit 120 durch den Ort rast) oder wer mehr als 1,2 Promille erwischt wird, kann mal eben für 3 bis 6 Monate in den Knast wandern. Mit viel Glück und maximal 144.000 Euro Geldstrafe kann man sich frei kaufen. Also wirklich nicht lustig!

Vorsicht statt Übermut
Für uns Motorradfahrer gilt es, auf der Insel noch vorsichtiger zu fahren als in Deutschland. Die Straßen, vor allem die schönen einsamen Strecken abseits der viel befahrenen Touristen-„Pfade“, bergen zahlreiche Tücken. Gerne sind die Sträßchen eng und winden sich in unübersichtlichen Kurven. Dahinter lauert ein riesiges Schlagloch, ein bisschen Steinschlag, eine Lage Split, ein Kurve schneidender Bus, ein Schäfer mit seiner Herde oder alles! Nach Regenschauern potenziert sich die Gefahr um ein Vielfaches: der Straßenbelag ist dann rutschig wie Olivenöl.

Calimero contra Integralhelm

Deshalb sollte man auch bei größter Hitze angemessene Schutzkleidung tragen, wenngleich die Sonne nach luftiger Baumwolle schreit. In Spanien herrscht natürlich ebenfalls die Helmpflicht. Vorgeschrieben sind Helme nach der allgemein gültigen ECE-Norm. Doch hier verhalten sich die Ordnungshüter relativ kulant. Brain Caps heißen hier Calimero – nach dem lustigen Küken, das als Comic schon in den 60er Jahren aus dem Ei schlüpfte. Sie werden auf der Insel fast immer als Helm toleriert. Grund: Die alten und auch jungen Einheimischen fahren mit ihren rostigen Mopeds und Rollern oft einfach mit Reiterhelm oder Calimero durch‘s Dorf. Wer kann es ihnen verdenken – aber dann gilt eben auch die Kulanz gegenüber Harley-Treibern. Aber trotzdem: auf eigenes Risiko!