Referenz: iPad 2 bleibt Vorbild

Kategorie / Produkt

Kategorie Tablet
   
Produkt Apple iPad 2
Hersteller (Link) www.apple.com/de/ipad
Preis (niedrigster) 479,- Euro (Wi-Fi, 16 GB)
579,- Euro (Wi-Fi, 32 GB)
679,- Euro (Wi-Fi, 64 GB)
(offizielle Preise im Apple Store)
Modelle zusätzlich mit 3G bei Mobilfunkanbietern
Datum 17.09.2011

Ach, wie ärgerlich!

Ich war mir ziemlich sicher, dass so ein Ding ein schönes Spielzeug für die Freizeit ist, mehr aber nicht. Was soll man denn mit so einem Zwitter Ernsthaftes machen? Kleiner Bildschirm, nur eine virtuelle Behelfstastatur, keine richtigen Anschlüsse und Erweiterungen, keine „normalen“ Programme, lediglich Apps, mit denen man ganz nett spielen kann.

Und dafür mal eben zwischen 500 bis 900 Euro ausgeben? Nee, wirklich nicht! Da lobe ich mir das starke iPhone 4 und mein 15 Zoll Samsung Notebook – damit kann ich vernünftig kommunizieren und ordentliche Arbeit leisten. Aber ein iPad?

Ach, wenn ich doch eins hätte!
Ich hatte es ja, das iPad2, einige Wochen sogar für einen Testbericht. Skeptisch war ich vorher – siehe oben –, aber ausprobieren wollte ich es dann schon einmal. Schließlich können so viele Käufer ja nicht irren. Das zwar nicht, aber erstens kaufen es ja viele, weil „man“ so etwas hat und weil Apple ohnehin viele gläubige Jünger hinter sich vereint, die alles toll finden, was die Firma herausbringt. Zweitens wollen die meisten ja nur spielen und Filmchen gucken, und daran habe ich persönlich nun überhaupt keinen Spaß – und schon dreimal nicht bei dem Preis!

Ach, welch knackiges Display!
Also mit allen Vorurteilen bespickt packe ich gespannt den Karton aus und den Flachmann auf den Schoß. Das auf den Rücken geklappte Cabrio-Rollverdeck (Zubehör) erlaubt auch auf dem Tisch eine fein geneigte Schräglage und damit beste Sicht auf das phänomenale Display. Satt, kontrastreich und gestochen scharf lässt sich alles prima ablesen. Das Antippen, Wischen, Auseinanderziehen mit zwei Fingern – eine Freude! Alles funktioniert butterweich, rasend schnell und vor allem intuitiv. Bedienungsanleitung? Gebrauchsanweisung? Vergiss es! Einfach drauflos und ausprobieren…

Ach, die virtuelle Tastatur!
Allgemein liest man immer wieder, dass das Keyboard der Tablets die Achillesferse dieser Computergattung sei. Weit gefehlt – zumindest für alle von uns, die ohnehin nicht des Zehn-Finger-Tippens mächtig sind. Präzise und schnell geht das Schreiben vonstatten, hat man sich erst einmal kurz daran gewöhnt. Das Tipp-Erlebnis gleicht dabei eher dem beim iPhone als bei einer Schreibmaschinen-Tastatur, was einfach daran liegt, dass die Umlaute und Sonderzeichen nicht direkt, sondern durch längeres Halten der Buchstabentasten oder durch Umschalten auf die Ziffern-Belegung zugänglich sind. Reine Gewöhnungssache! Für Hardware-Tasten-Fetischisten oder eben für Zuhause gibt es außerdem als Zubehör von Apple die wirklich feine Bluetooth-Tastatur aus Aluminium – exquisit!

Ach, wie viele gute Apps!
Über Apples App-Store kommen gleich ein paar nützliche Anwendungen – ja, auch ein paar Spiele! – dazu. Aussuchen, Beschreibung lesen, runterladen, auf das neue Symbol im Homescreen tippen – und schon geht die Post ab. Hinlänglich bekannt ist die riesige Auswahl an Apps im Store, da ist für jegliche Individualisierung des iPad alles geboten. Umstritten, aber letztlich eine feine Sache: Alle Apps sind von Apple zensiert (sagen die einen) bzw. auf Qualität überprüft (sagen die anderen). Ganz sicher im wahrsten Sinne des Wortes lädt man sich beim Apple-Store weniger Müll aufs Tablet als im vergleichbaren Laden der Androiden, wo es doch – ohne Wertung – anarchistischer zugeht.

Ach, wie bequem und unkompliziert!
Ja, und das eben nicht nur zum Multimedia schauen und/oder hören oder Spielchen zocken! Meine anfängliche Skepsis gegenüber einem ernsthaften Arbeitseinsatz ist schnell gewichen. Erforderliche Programme wie Office-Suiten (Texte, Tabellen, Präsentationen), Cloud-Dienste zum Speichern und Synchronisieren (die App Dropbox mit 2 GB kostenlosem Speicher ist hier einfach der Hit; Apple kommt mit der eigenen iCloud) erleichtern das mobile Arbeiten erheblich. Ob Visitenkarten-Scan, Fax, Übersetzer, Aufgaben- und Terminplaner, komfortable Kontakte-Verwaltung, Xing, Facebook, Twitter, RSS- und PDF-Reader, Passwort-Safe, Online-Banking oder was der arbeitende Mensch sonst noch wünscht oder braucht – alles ist mit wenigen Klicks auf dem Pad installiert und sofort einsatzbereit. Ganz zu schweigen vom allgemeinen Internet-Zugang via Safari oder Opera oder oder… Mein Büro war komplett auf dem iPad2!

Ach so, das Fazit!
Also mir fehlt nach der Rückgabe des Test-Pads wirklich was. Viele Texte für das Unterwegs-Magazin entstanden auf dem iPad2 – beim Cappuccino draußen vorm Café. Da saß ich dann, hing meinen Gedanken nach – und plötzlich kam ein guter Gedanke. Nur ein Knopfdruck, das iPad wacht sofort auf, Editor-App starten, lostippen. Zwischendurch: Safari auf, Internet-Recherche, Safari zu. Pause. Knopfdruck, iPad aus. So geht das mehrmals am Tag – und der Text ist fertig. Kein Hochfahren des Rechners, kein Speichern, kein Runterfahren. Und das Beste: Der Stromvorrat reicht für eine ganzen Tag locker aus! Flexibler, mobiler, lieber habe ich selten unterwegs gearbeitet. Dank WLAN und schnellem Mobilfunknetz funktioniert das quasi überall. Mehr Freiheit braucht man nicht, oder?


Ach herrje!
Fast hätte ich es vergessen: Natürlich gibt es inzwischen mehr oder weniger gute Konkurrenz für das iPad, meistens mit Googles Betriebssystem Android. Gerade jetzt zur IFA in Berlin haben sich die Wettbewerber besonders angestrengt, künftig ein (größeres) Stück vom Tablet-Kuchen abzubekommen. Aber immer noch kann das iPad2 als das Maß der Dinge betrachtet werden und gilt damit für das Unterwegs-Magazin als Referenz. Mal sehen, wie lange es diese Position behaupten kann!

Fazit  
  Wer sofort ein Tablet haben will, kommt am iPad 2 nicht vorbei. Wer es nicht so eilig hat, kann auf Samsung, Sony und Co. warten und vergleichen. Aber Apple ist nur drin, wo Apple drauf steht.